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Vegane Ernährung für den Umweltschutz

Dass unser Planet immer noch in einer Klimakrise steckt, steht fest. Man nehme die Corona-Pandemie als Beispiel: seit Anfang des ersten Lockdowns im Mai sank der globale CO2-Ausstoß um 17%. Das große Problem dabei ist, dass dieser Effekt leider nicht lange anhalten wird.

Allein durch die Senkung dieser CO2-Emissionen verringert sich leider nicht die Konzentration der Treibhausgase in unserer Atmosphäre, die den Klimawandel maßgeblich begünstigen. Laut UN-Wetterorganisation „WMO“ kann die Menge der Klimagase erst dann zurückgehen, sobald die Netto-Emissionen gegen Null tendieren – erst dann können Ökosysteme und Ozeane den CO2-Gehalt in der Atmosphäre reduzieren.

Sobald wir Menschen wieder unseren normalen Alltag leben dürfen, steigt automatisch auch wieder die Umweltbelastung, da wir wieder des Öfteren mit dem Auto zur Arbeit fahren, mit dem Flugzeug verreisen und im Großen und Ganzen wieder viel mehr produziert und konsumiert wird.

Umweltorganisationen geben sehr wohl wichtige Tipps, was wir verbessern können, wie z.B.:

-Wasser und Energie einsparen
-Flugverkehr einschränken
-statt Auto auf öffentliche Verkehrsmittel zurückgreifen
-Kauf oder Verwendung von Plastik reduzieren
-Ökostrom verwenden
-auf „Bio“ zurückgreifen, etc.

Was allerdings der größte Hebel ist, auf den du auch selbst einwirken kannst, ist deine Ernährung
Wie sich im Laufe dieses Beitrages feststellen lässt, ist eine vegane Ernährung im Vergleich zu einer mit tierischen Lebensmitteln, extrem ressourcenschonend und bislang die beste Wahl für unsere Umwelt.

Erhöhter Flächenbedarf durch den Anstieg der Anzahl an Nutztieren

Laut Prognosen der UN wird die Weltbevölkerung im Jahr 2050 9,7 Milliarden und im Jahr 2100 10,9 Milliarden betragen. Es ist also ein erheblicher Zuwachs erkennbar. Laut OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) wird die globale Fleischproduktion bis 2029 um weitere 40 Millionen Tonnen steigen. Das würde bedeuten, dass die Produktion pro Jahr etwa auf 366 Millionen Tonnen Fleisch ansteigt. Durch den steigenden Fleischkonsum erhöht sich auch gleichzeitig der Bedarf an Futtermitteln wie Soja und Mais, welche natürlich gleichzeitig große Anbauflächen beanspruchen. Da auf unserer Erde nur begrenzt Platz vorhanden ist, müsste bei solch einem Ausmaß also Fläche geschaffen werden, wo zurzeit eigentlich noch gar keine besteht.

Sind Veganer aufgrund ihres Tofu-Konsums am Abholzen der Regenwälder schuld?

Da neue Weideflächen und Anbauflächen für Futtermittel geschaffen werden müssen, werden sekündlich 4.000m² Regenwald abgeholzt. Die Viehzucht ist für ca. 91% der Zerstörung des Amazonas verantwortlich. Schätzungen zufolge sterben dadurch täglich fast 100 Pflanzen-, Tier- und Insektenarten aus. Der Regenwald fungiert zudem als Lunge unseres Planeten. Je weniger Bäume, desto weniger CO2 wird von ihnen verarbeitet und folglich weniger Sauerstoff produziert. Dies hat im Umkehrschluss eine Beschleunigung des Klimawandels zur Folge.

Spart eine vegane Ernährung wirklich Fläche ein?

Vorweg muss gesagt werden, dass durch den Verzicht von tierischen Lebensmitteln kein Platz für Viehzucht und Futtermittelanbau benötigt wird. Auf einem halben Hektar (5.000 m²) können 16.800 kg Gemüse geerntet werden, jedoch nur 170kg Fleisch produziert werden.
Man vergleiche wieviel Fläche benötigt wird, um einen Veganer, Vegetarier und Omnivoren ein Jahr zu ernähren:

-Ein Veganer benötigt eine Fläche von 675m²
-Ein Vegetarier benötigt 2.025m² (3-fache)
-Ein Mischköstler bereits 12.150m² (18-fache)
Wie man sieht, verursacht die vegane Ernährung am wenigsten Flächenbedarf und schont zudem den Regenwald.

Treibhausgase

Ca. 70% der globalen landwirtschaftlichen Nutzfläche werden als Weideland und Ackerfläche für den Futtermittelanbau für die Viehzucht genutzt. Da die Flächen ständig ausgeweitet werden, kommt es zu einer Erhöhung der Emissionen und zu einem Verlust der biologischen Vielfalt.

Laut Weltklimarat (IPCC) beträgt der Anteil des Ernährungssektors am globalen Treibhausgasausstoß zwischen 21 und 37%. Dabei stammen 45% aus der Produktion und Verarbeitung von Futtermitteln und 39% werden aus dem Verdauungstrakt von Wiederkäuern freigesetzt. Weitere 10% werden der Verarbeitung und Lagerung von Dung zugeschrieben.

Die fünf größten Fleisch- und Milchkonzerne sind: JBS, Cargill, Dairy Farmers of America, Fonterra und Tyson. Sie verursachen in Summe mehr Emissionen als ein großer Ölkonzern wie z.B. „Shell“.

Laut Fleischatlas (2021) verursachen die weltweit führenden Unternehmen der Fleisch- und Milchindustrie mehr Treibhausgasemissionen als Deutschland, Großbritannien oder Frankreich im Alleingang.

Wie kommt es überhaupt zu den Treibhausgasen, die durch die Nutztierhaltung entstehen?

Während des Verdauungsprozesses des Tieres entstehen bedeutende Mengen an Methan, welches als 68-mal schädlicher als das CO2 von Fahrzeugen gilt. Zudem erzeugt die Viehwirtschaft 65% des Gesamtausstoßes an Stickoxid, dessen Wirkung auf die Erderwärmung 296-mal größer als die von C02 ist.

Effekte der Reduzierung der Viehzucht machen sich bereits in Jahrzehnten bemerkbar. Werden jedoch lediglich die CO2-Emissionen in der Atmosphäre reduziert, zeigt sich die Wirkung erst in 100 Jahren.
Folglich ist es wesentlich „besser“ für die Umwelt, die Viehzucht zu reduzieren. Dies können wir jedoch nur erreichen, wenn die Produktion von tierischen Produkten reduziert wird.

Wieviel CO2 spart ein vegan lebender Mensch ein?

Der Ökologe der Oxford-Universität Joseph Poore hat sich mit dieser Frage beschäftigt und ist davon ausgegangen, dass bei der Produktion von veganen Lebensmitteln weniger Fläche benötigt wird und gleichzeitig auf der gewonnenen Fläche wieder Bäume und Pflanzen wachsen können, die CO2 binden.

Laut seinen Berechnungen spart ein vegan lebender Mensch in Deutschland stolze 2 Tonnen Treibhausgase pro Jahr ein. Dies würde ca. 8 „Economy-Class“-Flügen zwischen Berlin und London entsprechen.

Für die Produktion von Fleisch werden größere Mengen Wasser eingesetzt, als für die Produktion von pflanzlichen Lebensmitteln

Lediglich 0,4% der globalen Wasservorkommen ist Trinkwasser. Aus diesem Grund müssen wir mit dieser knappen Ressource schonend umgehen. 

Auch Tiere müssen trinken; deren Futterpflanzen benötigen Wasser und Stallungen müssen gereinigt werden. Der durchschnittliche Wasserfußabdruck pro Kalorie Rindfleisch ist 20-mal größer als bei einer Kalorie Getreide. Laut Fleischatlas (2021) ist der größte globale Anteil des Wasserverbrauchs (94%) dem Anbau von Futtermitteln zuzuschreiben.

Als Beispiel:

1kg Tomaten benötigt ca. 110 Liter Wasser
1kg Rindfleisch verbraucht 15.500 Liter Wasser
1kg Schweinefleisch benötigt ca. 6000 Liter Wasser
1kg Huhn ca. 4.300 Liter Wasser
Um das Verhältnis nochmals zu veranschaulichen: Eine durchschnittliche Person benötigt ca. 122 Liter Wasser um sich einmal zu duschen bzw. zu waschen. Somit kann entweder 127-mal geduscht oder 1 kg Rindfleisch verzehrt werden.

Laut Fleischatlas (2021) sind 92 Prozent des globalen Wasserfußabdrucks auf die Landwirtschaft zurückzuführen. 29 Prozent davon sind der Viehzucht zuzuschreiben. Weiteren Berechnungen zufolge, nutzt die Landwirtschaft 70 Prozent des verfügbaren Süßwassers. Schaut man sich die Entwicklung nach einer Zeit von 50 Jahren an, so kann man feststellen, dass sich der Wert verdreifacht hat.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass bei einer rein pflanzlichen Ernährung Unmengen an Wasser eingespart werden. Die Produktion von Hülsenfrüchten, Obst, Gemüse, Getreide, etc. verbraucht zwar weiterhin Wasser, jedoch nur ein Bruchteil im Vergleich zu tierischen Produkten.

Auch die Wasserverschmutzung muss berücksichtigt werden

Da für den landwirtschaftlichen Gebrauch Dünger, Antibiotika und Insektenschutzmittel eingesetzt werden, hat dies auch eine Auswirkung auf das umliegende Grundwasser. 

Als Beispiel gilt die USA: Laut Berechnungen werden sekündlich etwa 52,6 Tonnen Exkremente von Nutztieren ausgeschieden. Über die Gülle gelangt Stickstoff als Nitrat in die Böden und folglich ins Grundwasser. Im menschlichen Körper führt die Aufnahme dazu, dass der Sauerstofftransport im Blut behindert wird. Es gilt sogar der Verdacht, dass das vom Körper zu Nitrosaminen umgewandelte Nitrat krebserregend ist. Das Grundwasser muss somit unter Einsatz hoher Kosten entsprechend gereinigt werden, um als Trinkwasser genutzt werden zu können. Aufgrund dessen gibt es bereits in 246.000 km² der Weltmeere kein Leben mehr.

Auch die Wasserverschmutzung muss berücksichtigt werden

Steigende Nachfrage von Fleisch bedeutet gleichzeitig ein größerer Bedarf von Futtermittel und gleichzeitig auch ein erhöhter Einsatz von Pestiziden.

Der Einsatz von Pestiziden für die Landwirtschaft steigt erheblich an. 1990 waren es noch 4.000 Tonnen, heute sind es bereits 7000. Das ergibt beinahe eine Verdopplung.

Der Anstieg ist zum größten Teil auf die Zunahme des Futtermittelanbaus zurückzuführen. Das am häufigsten eingesetzte Futtermittel für die Viehzucht ist Soja. Allein in Brasilien werden 52% der Pestizide allein für Soja eingesetzt. Durch den ständigen Einsatz von Pestiziden kommt es zu Resistenzen, was zum Einsatz noch schädlicherer Mittel führt, welche gleichzeitig noch abträglicher auf das Befinden von Mensch, Tier und Umwelt wirken.

Verringert eine vegane Ernährung somit die Wasserverschmutzung?

Sofern du nicht komplett auf Bio-Lebensmittel umsteigst, wirst du den Einsatz von Pestiziden nie komplett vermeiden können.

Aber keine Sorge! Allein dadurch, dass du dich vegan ernährst, verringerst du die Nachfrage an tierischen Produkten. Je weniger tierische Produkte erzeugt werden, desto weniger Pestizide kommen zum Einsatz. Folglich wird automatisch weniger Wasser verschmutzt.

Mehr als 90% des weltweit angebauten Sojas werden als Futtermittel eingesetzt

Hungersnot wird von der UN wie folgt definiert: Ca. 20% der Bevölkerung bekommt weniger als 2.100 kcal pro Tag. Mindestens 30% der Kinder sind akut unterernährt und 2 von 10.000 Menschen sterben täglich an Nährstoffmangel.

Weltweit leiden 821 Millionen Menschen an Hunger. Das ist fast jeder dritte Mensch.
Weltweit werden ca. 50% des angebauten Getreides und der Hülsenfrüchte an Tiere verfüttert. In der USA fast 70-80% und bei Soja fast 90%.

Als Beispiel werden für die Produktion von 1kg Rindfleisch fast 15kg Getreide benötigt, welches fast 10 Menschen satt machen könnte. Wenn man ca. 200g Fleisch als Portionsgröße annimmt, kann 1kg Fleisch lediglich 5 Personen als Mahlzeit dienen. Hinzu kommt, dass ca. 82% aller hungernden Kinder in Ländern leben, in denen Nahrungsmittel an Vieh verfüttert wird, das anschließend geschlachtet und in wohlhabenden Industrieländern wie den USA, Großbritannien und Europa verzehrt wird.

Würde die Nahrung nicht an Tiere verfüttert, sondern für den Menschen verwendet werden, so könnte man weltweit jeden davon angemessen ernähren

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